Ökotechnische Werkstatt

Mit der Ökotechnischen Werkstatt führen wir Kinder und Jugendliche durch praxisorientierte Angebote an naturwissenschaftlich-technische Themen (MINT) sowie Klima- und Umweltschutz heran. Zentral dabei sind das Erkennen von technischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhängen durch eigenständiges Beobachten, Experimentieren und praktisches Arbeiten sowie das Erlernen von handwerklichen und digitalen Fertigkeiten.

Wir stellen wichtige gesellschaftliche Themen ökologisch-nachhaltiger Entwicklung in den Mittelpunkt und machen sie erfahrbar, wie z.B. Erneuerbare Energien und Energiewende, Zero Waste, Upcycling und Ressourcenschutz, Nachhaltigkeitskompetenzen und grüne Arbeitswelt, klimafreundliche Mobilitäts- und Verkehrswende oder auch Klimawandel und Klimawandelanpassung.

Unsere Kursangebote leisten über die Aspekte der Umwelt- und Technikbildung hinaus auch einen Beitrag zur beruflichen Orientierung und zur Erweiterung des Berufswahlspektrums – insbesondere bei Mädchen. Es sollen frühzeitig Alternativen zu einer, an traditionellen Geschlechterrollen orientierten Berufswahl erfahrbar gemacht und die Zugänge zu den gesellschaftlich wichtigen Gestaltungsräumen von Naturwissenschaft, Umwelttechnik und Handwerk offengehalten werden.

Die Angebote richten sich je nach Kurs an Schüler*innen weiterführender Schulen und an Grundschüler*innen. Die Inhalte der Kurse können aus dem unten aufgeführten erprobten Spektrum ausgewählt werden. Sie werden in enger Absprache mit den Kooperationspartnern geplant und auf die Zielgruppen zugeschnitten.

Unsere Kursangebote werden in der Regel in Form von Projekttagen durchgeführt. Sie können für Gruppen angefragt werden. Teilweise werden feste Termine für individuelle Teilnahmen angeboten und hier veröffentlicht.
Unsere Kurse sind gendersensibel angelegt. Das bedeutet methodisch: Mädchen und Jungen arbeiten möglichst in getrennten Gruppen, die Ergebnisse und Erfahrungen werden im Anschluss ausgetauscht. Es wird darauf geachtet, Geschlechterunterschiede aufzugreifen und mit ihnen zu arbeiten. Mädchen können durch positive Erfahrungen eine geschlechtsrollenbedingte Distanz zur Technik abzubauen. Für die Jungen ist die Heranführung an Naturwissenschaft und Technik qua Sozialisation eher selbstverständlich. Bei ihnen geht es verstärkt darum, soziale Kompetenzen wie Teamarbeit zu fördern. Unsere Dozent*innen sind entsprechend geschult.

Kurse für Grundschüler*innen

Kupferschwein und Drahtlocke

In diesem Kurs werden kleine Objekte, wie z.B. Bildhalter, aus Metall und Metallresten hergestellt. Neben Wissenswertem über den Werkstoff Metall erlernen die Schüler*innen Metallverarbeitungstechniken wie Schneiden, Biegen und Löten.

Kreativ mit Energie I – Einführung in die Sonnenenergienutzung

Unsere Einführung für Sonnenanbeter*innen vermittelt praxisnah die Stromerzeugung in Photovoltaikzellen mittels Sonnenlicht. Die Schüler*innen bauen eine Mini-Solaranlage. Ob Planet, Tänzerin oder Karussell: Die sich drehenden Solarobjekte verbinden Grundlagen der Sonnenenergienutzung mit handwerklich-kreativem Gestalten.

Kreativ mit Energie II – Aufbaukurs

Vertiefung der Grundlagen zur Solarenergienutzung beim Bau eines Akkuladegerätes, einer Solaruhr oder eines Solarbootes. Neben Solarenergie werden verschiedene physikalische Grundlagenthemen sowie Formen und Gesetze der Energieumwandlung praktisch erlebbar. Handwerklich stellen sich die Schüler*innen, aufbauend auf Kurs I, neuen Herausforderungen, z.B. im Bereich der Holz- und Metallbearbeitung.

Zero Waste – gutes Leben ohne Müll

Die Schüler*innen setzen sich mit dem Thema Müll im Alltag auseinander und erkennen in typischen Haushaltsabfällen die Rohstoffe, ihre Herkunft und ihre Wertigkeit.Im Anschluss wird die Nutzbarkeit der vermeintlichen Abfälle durch praktisches Upcycling erlebbar: Bei der Herstellung von Schmuck und Dekoration aus Kabelabfällen, Taschen und Behältern aus Tetrapacks oder Bienenwachstüchern aus Altstoffen als Ersatz für Aluminiumfolie in der Brotdose werden sowohl handwerkliches Geschick als auch Kreativität geschult.
Eine gute Ergänzung des Programms kann auch ein Cleanup in der nahe gelegenen Umgebung sein, verbunden mit einer Einführung in korrekte Mülltrennung.

Kreativ- und Schreibwerkstatt zu Umwelt und Klimaschutz

Die Kreativ- und Schreibwerkstätten sind mehrteilige Kurse, die die Schülerinnen und Schüler nach einer Wissensinputphase über das Geschichtenschreiben zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Themen führen. Dabei stehen die Reflektion und Wahrnehmung des persönlichen Umfeldes, die Entwicklung eigener Handlungsoptionen, aber auch die Entwicklung von Träumen und Visionen im Zentrum. In einer Abschlussveranstaltung werden die Geschichten vor einem großen Auditorium mit möglichst professionellen Sprecher*innen vorgelesen und erlangen dadurch eine besondere Bedeutung. Möglich ist eine Ergänzung des Angebotes durch Praxiseinheiten wie Bau- und Upcycling-Workshops.
Mögliche Themen sind:
a) Müll und Abfälle, Müllvermeidung und Sauberkeit, Umweltverschmutzung und Ressourcenverbrauch, Upcycling
b) Stadtnatur, Urban Gardening, ökologische Kreisläufe und biologische Vielfalt, praktisches Gärtnern

Inspiration Natur

Draußen in der Natur entdecken und erforschen die Schüler*innen spielerisch die Zusammenhänge zwischen Natur, Energie und Klimaschutz. Sie entdecken direkt die Funktionsweise natürlicher Kreisläufe, vollziehen physikalische Gesetze und biologische Prozesse hautnah nach. Anschließend üben sie sich darin, technische Lösungen auf ihre Umwelt- und Klimaverträglichkeit zu überprüfen und/oder eigene nachhaltige Lösungen für Alltagsprobleme zu entwickeln. Je nach Altersstufe können dabei auch Konzepte ökologischer Nachhaltigkeit wie cradle to cradle, Effizienz, Suffizienz und Konsistenz eingeführt und Beispiele der Bionik aufgezeigt werden.

Zukunftsmobil

In dieser Kreativwerkstatt entwickeln die Schüler*innen Ideen, wie sie sich in Zukunft fortbewegen möchten und welche Technologien, aber auch Verkehrskonzepte zu einer klimafreundlichen Mobilität beitragen können. In einer Experimentier- und Entdeckungsphase lernen die Schüler*innen alternative Antriebstechnologien kennen, analysieren ihr eigenes Mobilitätsverhalten und das ihrer Familien und entdecken neue Mobilitätskonzepte für Städte. Im Anschluss entwerfen sie ein Zukunftsmobil oder ein Verkehrskonzept, das ihren Vorstellungen einer umweltfreundlichen Mobilität entspricht. Der Entwurf dient als Grundlage für eine mögliche Bauphase, in der sie verschiedene Techniken und handwerkliche Fertigkeiten erlernen, um (fahrtüchtige) Modelle ihrer Zukunftsmobile oder Zukunftsstädte zu bauen.

Kurse für Schüler*innen ab der 7. Klasse

mach Grün! Parcours für Nachhaltigkeitskompetenzen

Klimawandel, Ressourcenknappheit und das Erreichen der planetaren Grenzen stellen neue Anforderungen an die Arbeitswelt: Ob in der Produktion, im Büro, im Handel oder in der Land- und Forstwirtschaft, bei der Stadtplanung oder im IT-Sektor – es geht darum, ein Greening der Berufswelt mitzugestalten. Dafür sind neue Kompetenzen gefragt.

Der mach Grün! Parcours macht diese Nachhaltigkeitskompetenzen für Jugendliche erlebbar. An zehn Mitmach-Stationen lernen Jugendliche berufliche Tätigkeiten unter dem Fokus jeweils einer Nachhaltigkeitskompetenz kennen und gehen dabei Fragen nach wie: Was hat Mikroplastik in Kosmetikartikeln mit unserer Nahrungskette zu tun? Wie kann eine Kreislaufwirtschaft funktionieren? Wie kann ich ein Ackerfeld nachhaltig bewirtschaften? Und worauf sollte ich achten, wenn ich Arbeitskleidung bestelle oder beruflich verreise?

Berufe entdecken und ausprobieren!

Die Berufsrallye für Schülerinnen und Schüler mit dem Schwerpunkt Handwerksberufe bietet die Möglichkeit, sich an verschiedensten Stationen auszuprobieren. Die Schüler*innen üben typische Handgriffe der Berufe aus und entdecken dabei vielleicht neue Begabungen, Fähigkeiten und Interessen bei sich. Zusätzlich erfahren sie etwas über Berufsbezeichnungen und Berufsanforderungen und haben z.B. die Möglichkeit, einen typischen Bewerbungstest auszufüllen. Die Berufsrallye ist so gestaltet, dass sie Mädchen und Jungen motiviert, sich auch von geschlechtsuntypischen Berufsbereichen überraschen zu lassen und Vorurteile zu überwinden.

Berufserkundungsparcours in den Hochtechnologien

Der Anspruch dieses Parcours liegt darin, bei Mädchen ab der 7. Klasse das Interesse an den Hochtechnologien in den Bereichen Nano-, optische Technologien, Mikrosystemtechnik und Erneuerbare Energien zu wecken. Die Schülerinnen werden mittels eines Farbleitsystems durch die verschiedenen Parcoursstationen geführt, an denen sie in Experimenten und Übungen die typischen Tätigkeiten verschiedener Berufe im Hochtechnologiebereich praktisch ausprobieren und ihre Fähigkeiten erkunden können.

ROBERTA®-Kurse

In dem Kurs werden Jugendliche mit LEGO Mindstorm Robotern in die faszinierende Welt der Robotertechnik eingeführt. Dabei erlangen sie in kurzer Zeit Grundkenntnisse in der Konstruktion und Programmierung von Robotern und finden heraus, was Roboter sind, wie Motoren und Sensoren funktionieren und welche Analogien zu menschlichen Sinnen bestehen. Die Schüler*innen werden in der Anfangsphase angeleitet und setzen nach Abschluss der Einführung Aufgaben in Gruppen selbstständig um. Der Roberta®-Kurs bietet einen spielerischen Zugang zur Technik durch Anfassen und Ausprobieren.

Calliope-Kurs

Im Kurs mit dem Mikrocontroller „Calliope mini“ werden spielerisch die ersten Schritte zur Anwendungsentwicklung erlernt. Der Calliope mini wurde speziell für den Einsatz in Grundschulen entwickelt, bietet aber so viele Anwendungsmöglichkeiten, dass Programmierungen in einem Spektrum von ganz einfach bis sehr komplex möglich sind. Calliope fördert das Verständnis für logisch funktionierende Systeme. Mit Hilfe eines Online-Kurses können die Schüler*innen – einzeln oder in Gruppen – in ihrem eigenen Tempo in die Programmierung eintauchen und dabei ihr eigenes Projekt, z.B. eine Alarmanlage, ein Musikinstrument oder ein Morsegerät umsetzen.

Zero Waste – gutes Leben ohne Müll

Die Schüler*innen setzen sich zunächst mit dem Thema Konsum- und Wegwerfgesellschaft und seinen lokalen und globalen Folgen auseinander. An konkreten Beispielen analysieren sie die Zunahme von Wegwerfprodukten und Verpackungsmaterialien, um im späteren Verlauf ökologische Alternativen und Handlungsmöglichkeiten privat und beruflich zu diskutieren. Dabei ist es ausdrücklich erwünscht, Anschauungsmaterial in die Hand zu nehmen und zu untersuchen. Auf Wunsch lernen Schüler*innen die verschiedenen Plastiksorten sowie ihre Risiken und Chancen kennen und beschäftigen sich mit Konzepten der Abfallvermeidung wie Upcycling, cradel to cradel, Re-Use, Repair und der sachgerechten Müllentsorgung. In einer Kreativphase geht es darum, eigene Lösungen zu entwickeln, ggf. Prototypen zu bauen und die Ideen zu visualisieren und zu präsentieren. Das können z.B. geeignete Mehrwegverpackungen für Food to go, ein Zero Waste-Konzept für einen Stadtteil, Upcycling-Produkte oder sogenannte Nudges (Anstupser) sein, die Menschen zum umwelt- und klimaschonenden Umgang mit Abfall animieren.

Klimawandel in Berlin und Anpassungsstrategien

Der Klimawandel ist heute trotz aller Bemühungen für den Klimaschutz Fakt. Er führt z.B. zu höheren Temperaturen, Starkregen und Starkwindereignissen sowie mehr Trockenheit in Berlin-Brandenburg. Für 2050 ist für Berlin das derzeitige Klima von Toulouse prognostiziert. Die Schüler*innen setzen sich in dem Angebot mit dem Klimawandel „vor ihrer Haustür“ anhand von wissenschaftlichen Klimaprognosen, online-Tools und über ihr eigenes Erleben auseinander. Sie analysieren ihre persönliche „Verletzlichkeit“, entdecken Chancen und Risiken und entwickeln persönliche Strategien für ihre Anpassung an den Klimawandel. In Kombination mit Experimenten und Raumerkundungen erkennen sie, warum ein Grad mehr bei der globalen Erderwärmung einen wesentlichen Unterschied macht.

 


Das Projekt wird gefördert von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

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