Initiative Lokale Verkehrswende

Nachbarschaftliche Gruppen gestalten die lokale Mobilitätswende vor ihrer Tür

Die Mobilitätswende kann nur gelingen, wenn sie auch von den Leuten vor Ort mitgestaltet wird. Sie kennen die lokalen Anforderungen, die Probleme und ihre Bedürfnisse am besten. Und sie sind es letztendlich, die ihr Verhalten ändern müssen. Im Quartier, in der Nachbarschaft, im Kiez kann einiges bewegt werden. Vor dem Hintergrund der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung einer Mobilitätswende eröffnet die lokale Ebene Möglichkeiten für wirksame kleinräumliche Veränderungen.

Deshalb setzt das Projekt „Initiative lokale Verkehrswende“ (INLOVE) auf der lokalen Ebene an, um den Herausforderungen der Mobilitätswende zu begegnen.

Was wurde in zwei Jahren INLOVE Friedenau bewegt?

Das Projekt INLOVE hat in 2019 und 2020 gemeinsam mit Nachbar*innen aus Friedenau, Akteuren aus Politik und Verwaltung, lokalen Initiativen und Organisationen sowie berlinweiten Verbänden und Netzwerken zum Thema Verkehrswende zahlreiche Aktionen, Veranstaltungen und Kiezlabore durchgeführt.  Gemeinsam mit interessierten Bürger*innen, Akteuren und Initiativen wurden ganz praktisch Ideen und Ansätze zur Mobilitätswende vor Ort gefunden und ausprobiert.

Kiezlabore für die lokale Verkehrswende

Kiezlabore sind partizipative Workshops, in denen Menschen Ideen für ihre Bedürfnisse und die Herausforderungen ihres Stadtteils entwickeln, testweise umsetzen und die so gewonnenen Erfahrungen weitertragen. Wie Kiezlabore konkret aussehen und wie interessierte Personen diese selbst durchführen können, kann in unserem Leitfaden „Kiezlabore für die Verkehrswende“ hier nachgelesen werden.

In insgesamt 6 Kiezlaboren wurden folgende Ansätze und Projekte mit den Anwohnenden entwickelt:

  • Parkräume öffnen für die Nachbarschaft: Mit Stadtgrün und -möbeln, Kulturprogramm und Begegnungsanlässen Parkplätze nutzbar machen
  • Temporäre Nachbarschaftsstraßen: Straßenraum für Bewegung und Begegnung öffnen, vereinfachte Verfahren zur Beantragung und Betreuung durch Anwohner*innen
  • Eine Kiezausstellung: Sensibilisierung für aktuelle Flächennutzung im öffentlichen Raum durch Gegen-überstellung mit Nutzung in früheren Zeiten
  • Das Kiezkissen: Kreativ-spielerische Bodenschwelle mit dem Ziel, Autofahrer*innen zum Bremsen zu bringen, von lokalen Künstler*innen gestaltet

Veranstaltungen und Aktionen

Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen wurden vom Projekt INLOVE durchgeführt. Dazu gehören Workshops zu Fahrradreparatur, eine temporäre Nachbarschaftsstraße, mehrere Parkplatzaktionen, u. a. beim PARK(ing)DAY mit einer Ausstellung zu Mobilität und Livemusik von einer Band, eine Parkplatzzählung mit ParkplatzTransform , Webinare zur Verkehrswende während der Pandemie und zu temporären Spielstraßen, Vorträge und Filmvorführungen, Umfragen, die Plakatkampagne „Held*innen der Mobilität“ sowie ein Mobilitätswettbewerb, der auf Verhaltens-änderungen im Mobilitätsverhalten abzielte.

Netzwerke

Neben Aktionen auf der Straße war der Aufbau von Vernetzungen zwischen den vielfältigen und aktiven Initiativen im Kiez und im Bezirk ein wichtiger Hebel, um Synergien zwischen interessierte und bereits Nachbar*innen zu schaffen. So wurde beispielsweise ein Netzwerk im Bezirk Tempelhof -Schöneberg zum Thema Spielstraßen mitaufgebaut. Im Rahmen der Kiezlabore fand sich eine aktive Gruppe zur Verkehrswende in Friedenau zusammen.

Bedarfe und Forderungen aus dem Quartier

In zwei Jahren Stadtteilarbeit haben sich klare Bedarfe und Forderungen aus dem Quartier herauskristallisiert:

  • Mehr Raum für die Menschen:
    Straßen und Parkraum nutzbar machen für die Menschen im Quartier z. B. durch temporäre Spielstraßen, Umwidmung von Parkraum zu Fahrradstellplätzen, Sharingangeboten, Grünflächen oder Begegnungszonen
  • Mehr Sicherheit im Straßenverkehr:
    Sichere Fahrradstraßen, Tempobremsen für Autos in Nebenstraßen und zu Beginn von Tempo 30 Zonen, striktere Kontrollen und strenges Vorgehen mit der großen Menge an Falschparkern
  • Eindämmung der belastenden Faktoren der Umweltgerechtigkeit:
    Lärm, geringe Luftqualität und Hitzeinseln resultieren aus der aktuellen Verkehrslage und sind zentrale Faktoren, die in der lokalen Verkehrswende mitgedacht werden müssen

Mehr Informationen, Materialien und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf der Projektseite www.inlove.life-online.de.


Laufzeit: 1. Dezember 2018 bis 30. November 2020 | Förderkennzeichen: 03KKW0244


Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) im Förderstrang „Kurze Wege für den Klimaschutz“ .

     

 

Kontakt

+49 30 308 798-45

verkehrswende@life-online.de


Wir bedanken uns für die Unterstützung durch die WTS Group Stiftung.