Klimaschutz is(s)t Mehrweg

Das Projekt erprobt modellhaft Mehrweg-Take-away-Lösungen für verschiedene Konsument*innen-Gruppen, multikulturelle Gastronomien und Verkaufssituationen und animiert mit Aktionstagen und über ein bundesweites Netzwerk zur bundesweiten Nachahmung und Verbreitung.

Einweg schadet dem Klima

Der Außerhauskonsum von Take-away-Produkten hat sich in fast allen Bevölkerungsgruppen etabliert und nimmt stetig zu. Ein stetig wachsender Berg an vermeidbaren Einwegverpackungen aus Aluassietten, beschichteten Pappboxen und Plastikschüsseln sind die Folge. Der Energie- und Ressourcenverbrauch der bei der Herstellung und dem Transport der Verpackungen entsteht und der damit verbundene Ausstoß an Treibhausgasen stehen in keinem Verhältnis zu der nur wenige Minuten andauernden Nutzung. Die Notwendigkeit einer Substitution von Einweg- zu Mehrwegverpackung für den Take-away-Konsum ist offensichtlich und wird gezielt mit dem Projekt angegangen.

Aktuelles

  • Bundesweites Netzwerk „Essen in Mehrweg“ gegründet: Mit über 130 Teilnehmenden haben wir bei unserer Auftaktveranstaltung unseres Forums Essen in Mehrweg!“ am 29. September 2020 ein bundesweites Netzwerk gegründet. Das Thema traf bundesweit auf großes Interesse bei Gastronomiebetrieben, Poolsystem-Anbietern, in der Abfallwirtschaft und in der Politik sowie Mehrweg-Initiativen. Gemeinsam haben wir uns über Erfahrungen, Praxisbeispiele und Hintergrundinformationen ausgetauscht und vernetzt. Es gab ein abwechslungsreiches Programm mit fachlichen Inputs, Workshops und Vernetzungsmöglichkeiten: mit Einblicken in unsere Modellregionen, kooperierende Gastronomiebetriebe in Berlin und Bremen sowie Poolsystemanbieter. Das Programm, die Präsentation und Videoaufzeichnung sowie den Bericht zu dieser Tagung finden Sie hier.
  • Über 20 kooperierende Gastronomiebetriebe in Berlin und Bremen befüllen Mehrweggefäße: In Bremen bieten sie eigene Gefäße des Poolsystemanbieters reCIRCLE gegen Pfand an. In Berlin befüllen sie mitgebrachte Gefäße der Kundschaft. Alle teilnehmenden Betriebe auf unserer Online-Karte.
  • Mehrwegkiste im Praxistest: Die Mitarbeitenden des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg testen nun in ihrer Mittagspause die Mehrweggefäße unserer Mehrwegkiste. Bereits 15 anliegende Gastronomiebetriebe befüllen ab sofort mitgebrachte Gefäße der Kundschaft.
  • Mehrweg auch in Coronazeit erlaubt: Das Befüllen von mitgebrachten Mehrweggefäßen der Kundschaft ist auch während der Corona-Krise weiterhin erlaubt. Wichtig ist, dass bestimmte Regeln eingehalten werden. Der Lebensmittelverband Deutschland weist in seinem Hygieneleitfaden auf die zu berücksichtigen Vorgaben hin. In unserem Merkblatt und unserer Abbildungsübersicht geben wir dem Verkaufspersonal konkrete Tipps für die einzelnen Arbeitsschritte.

 

Lösungen für Nachahmungen

In drei deutschen Regionen werden über 60 multikulturelle gastronomische Betriebe bei der Einführung von Mehrweglösungen unterstützt. Dafür werden verschiedene Konsument*innengruppen wie Schüler*innen oder Arbeitslunch-Konsument*innen, aber auch besondere Take-away-Situationen wie in Markthallen berücksichtigt. Durch die verschiedenen Aktivitäten sollen so Innerhalb der Projektlaufzeit ca. 280.000 Verpackungen und deren Treibhausgasemissionen eingespart werden.

Praktikable Lösungen werden herausgearbeitet, für Gastronomie und Konsument*innen sichtbar gemacht und in ein bundesweites Akteursnetzwerk mit Multiplikator*innen z.B. aus Unternehmensverbänden und Einkaufcentern, Umweltorganisationen und Vertreter*innen von Kommunen eingespeist. So sollen neben bundesweiten Aktionstagen und einer begleitenden Öffentlichkeitsarbeit die Informationen und Ergebnisse verbreitet und zur Nachahmung animiert werden.

Eine umfassende Studie soll Datenlücken wie zu Umwelt- und Klimaauswirkungen und zum Nutzungsverhalten im Take-away-Bereich schließen und dem Projekt sowie potentiellen Nachahmer*innen wichtige Informationen liefern. Sie wird neben anderen hilfreichen Tipps und Informationen zu Mehrweg im Take-away-Konsum der Öffentlichkeit auf dem Webportal zugänglich gemacht.

 

Wesentliche Arbeitspakete und Meilensteine im Überblick:

  • Aufbereitung der Grundlagen des Take-away-Konsums in einer Studie, z. B. zu Anforderungen und Hemmnissen, Umwelt- und Klimaauswirkungen sowie Best-Practice Beispielen
  • Regionale Praxiserprobungen
  • Mehrweg-Individualsysteme für Gastronomie mit unterschiedlicher kulturell-kulinarischer Ausrichtung (Berlin)
  • Mehrweg-Poolsystem für Belegschaften/ Lunchkonsument*innen (Berlin)
  • Mehrweg-Poolsystem für eine Markthalle (Bremen)
  • Mehrweg-Individualsystem für Gastronomien mit unterschiedlicher kulturell-kulinarischer Ausrichtung, darunter Küchen mit Suppenangebot (Bremen)
  • Mehrweglösungen U30: zielgruppengerecht kommuniziert
  • Aufbau eines Webportals mit umfassenden Informationen zum Thema Mehrweg-Take-away
  • Entwicklung eines bundesweiten Akteursnetzwerkes
  • Initiierung überregionaler Mehrweg-Take-away-Aktionstage
  • Erstellung eines Online-Seminars, Informationsmaterialien und einer Broschüre zum Thementransfer

LIFE e.V. setzt das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) – Landesverband Bremen e.V. und dem ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung gGmbH (Hannover) um.


Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages (Förderkennzeichen: 03KF0097A-C).

Kontakt

+49 30 308 798-21

zerowaste@life-online.de

WEBSITE DES PROJEKTS

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