Forschungstransfer in Aus- und Weiterbildung zu Klimaanpassung in Technikbranchen

 

Die Auswirkungen des Klimawandels sind mittlerweile auch für den Menschen fast überall zu spüren. Und mit jedem Zehntelgrad mehr hinter der Kommastelle, werden sie um ein vielfaches stärker –auch in Deutschland. Dennoch besteht Mehrheitlich noch viel Unsicherheit was die Folgen des Klimawandels für unser Leben bedeuten. Unser Projekt FAKT setzt genau hier an.

FAKT. Forschungstransfer in Aus- und Weiterbildung zur Klimaanpassung in Technikbranchen“ wird vom BMU gefördert. Ziel ist es, Erkenntnisse über klimawandelbezogene Veränderungen in Berlin-Brandenburg für Handwerksberufe des Baugewerbes aufzubereiten.

Vor dem Hintergrund, dass die internationale Staatengemeinschaft es nicht schafft, notwendige Klimaschutzmaßnahmen – wie den schnellen Ausstieg aus fossilen Energieträgern – in die Tat umzusetzen, schreitet der Klimawandel stetig voran. So gewinnt neben dem Thema Klimaschutz auch das Thema Anpassung an die Folgen des Klimawandels zunehmend an Dringlichkeit.

Hierzulande werden die Folgen des globalen Temperaturanstiegs besonders durch vermehrtes Auftreten von Extremwetterereignissen spürbar werden. Dazu gehören Hitzewellen, Dürreperioden genauso wie Ereignisse von Starkniederschlägen, Kälterekorde oder auch Rekordschneehöhen. Weltweit gesehen waren die vergangen fünf Jahre die wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Solche Rekorde und Ereignisse bieten Herausforderungen auf vielerlei Ebenen. Wichtig ist, dass wir uns darauf einstellen.

Was macht das Projekt konkret?

Es werden kompakte Bildungsmodule für Auszubildende, Handwerker*innen aus der Gebäudebranche entwickelt. Die thematischen Schwerpunkte liegen dabei auf SHK-Technik, auf Elektrotechnik & Informationstechnik im Gebäude und auf dem Baugewerbe, Bauhauptgewerbe bzw. Bauausführung. Das Projekt wirft einen Blick auf Anpassungsmaßnahmen, die sich auf das Gebäude beziehen wie z.B. passive Gebäudekühlung, Hochwasserschutz und Materialbeständigkeit etc. Anpassungsmaßnahmen die ein Blick auf die Stadtstruktur, Infrastruktur, Freiflächen oder den öffentlichen Raum werfen sind auch wichtig, aber kein Gegenstand der Bildungsmodule.  

Was hat der Klimawandel mit dem Handwerk und Gebäude zu tun?

Zu den Branchen, die als besonders anfällig gelten, gehören auch die Bau-, Energie- und Wasserwirtschaft. Gleichzeitig kommt auch dem Gebäude eine immer wichtigere Rolle zu wenn es um Anpassung an den Klimawandel geht. Die Urbanisierung geht weiter, der Hitzeinsel-Effekt heizt die Städte auf und das Gebäude muss Menschen vor steigende Temperaturen und veränderten Niederschlagsmustern auf eine energieeffiziente Weise Schutz bieten. Denn die meiste Zeit des Tages verbringen wir in geschlossenen Räumen.

FAKT zeigt Folgen und Herausforderungen die Berlin-Brandenburg betreffen auf. Thematisiert werden Risiken wie Gebäudeschäden, verminderte Geräteleistungen, Aspekte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes beim Arbeiten.  Auch Chancen wie winterliche Frostfreiheit und die Möglichkeit zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder werden angesprochen. Ein wichtiger Bestandteil der Module ist die Sensibilisierung für Zielkonflikte und Synergien zwischen Klimafolgenanpassung und Klimaschutz. Auch die Risikoabschätzung und Vulnerabilitätsanalyse werden in den Blick genommen. Ziel ist die Erhöhung der beruflichen Sensibilität und Handlungsfähigkeit (zukünftiger) Mitarbeitender für die Anforderungen durch den Klimawandel.

Im Rahmen von FAKT werden verschiedene Materialien entwickelt. Je nach Ausbildungskontexten kommen diese zum Einsatz.

FAKT Online Plattform

Die einzelnen Module mit didaktischem Bausteinen richten sich an Auszubildende, Handwerker*innen und Techniker*innen und sensibilisieren sie für Folgen des Klimawandels und notwendige Anpassungsmaßnahmen in den Branchen. Wenn Sie Interesse an unseren Bildungsmodulen haben oder an einer Beratung wie Sie die Module in Ihren Unterricht integrieren können, freuen wir uns über eine E-Mail an: fakt@life-online.de

 

Roll-Up Ausstellung Klimaanpassung „Gebäude im Blick“

Unsere Roll-Up Ausstellung informiert Auszubildende und Fächkräfte aus der Gebäudebranche über die Auswirkungen, die der Klimawandel auf das Gebäude hat. Zu jedem Thema werden Ideen und Hinweise für Anpassungsmaßnahmen gegeben. Gerade im Ausbildungskontext ist unsere Roll-Up Ausstellung sehr gut einsetzbar. Gerne können Sie sich unsere Bildungsausstellung kostenfrei ausleihen! Die Ausstellung eignet sich besonders gut für Schulen, Ausbildungszentren, Unis und Vereine oder auch Umweltfeste. Melden Sie sich einfach bei Interesse bei birk@life-online.de

Eckdaten für die Ausstellung
• 5 Roll-Ups mit der Größe 85×200 cm, doppelseitiger Aufbau möglich.
• Roll-Up 1: Klimawandelfolgen in Berlin-Brandenburg
• Roll-Up 2: Hitze & das Gebäude
• Roll-Up 3: Regen & das Gebäude
• Roll-Up 4: Extremwetterereignisse & das Gebäude
• Roll Up 5: Klimaangepasste Gebäude & Gebäudehandwerk

 

Nachhaltigkeits-Checkliste

Die kurze Checkliste dient als Unterstützung für die Sensibilisierung für Zielkonflikte zum Thema Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. Gleichzeitig soll sie anhand von Leitfragen zum Nachdenken anregen über das Thema Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit bei der Entwicklung und Umsetzung vom Maßnahmen zur Klimaanpassung.

Wie werden belastbare Aussagen über die Klimawandelfolgen in Berlin-Brandenburg getroffen?

Um belastbare Aussagen über das weltweite Klima und die zu erwartenden Änderungen im globalen Klimasystem zu treffen, spielen Szenarien und Klimaprojektionen eine große Rolle. Klimamodelle sind sehr umfangreiche Computerprogramme. Das Ergebnis dieser Klimamodelle sind Klimaprojektionen.  Klimaprojektionen wiederum bilden die Grundlage für die Bewertung von Risiken zukünftiger Klimawandelfolgen sowie für die Entwicklung von entsprechenden Anpassungsmaßnahmen. Daneben sind auch (Klima-)szenarien essenziell für die Berechnung von möglichen Klimaänderungen, da sie die Basis für die Klimamodelle bilden. Man geht also von einem bestimmten Szenario der globalen CO2-Emissionen aus, um anhand dessen die daraus resultierende durchschnittliche Jahrestemperatur zu bestimmen.

Kernaussagen für Berlin-Brandenburg

Bereits heute hat sich die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Brandenburg seit Beginn des 20. Jahrhunderts um ca. 1°C erhöht (auf insgesamt 9,3°C.)

  • Bis 2050 wird sich die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur um ca. 1°C erhöhen.
  • Bis 2100 wird ein Anstieg zwischen 2,8 und 5,3°C erwartet.
  • Die Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen nimmt zu: Starkregen, Hochwasser, Hitzetage, Trockenperioden, Stürme.
  • Es gibt eine Veränderung in der jahreszeitlichen Verteilung der Niederschläge: Niederschläge werden im Sommer zurückgehen, das Winterhalbjahr wird feuchter, heißere und trockenere Sommer und die Länge von Trockenperioden werden voraussichtlich zunehmen.

Temperatur in Berlin-Brandenburg

  • Der deutlichste Temperaturanstieg findet im Winter und Herbst statt. Temperaturbedingte Extremwetterereignisse wie Hitzeperioden und tropisch heiße Nächte im Sommer treten vermehrt auf. Die Temperaturerhöhung wird nicht gradlinig verlaufen.
  • Wärmere Winter und Rückgang an Eistagen (unter 0°C – derzeit an durchschnittlich 20 Tagen im Jahr): bis 2050 werden sie sich um 33% – 60% verringern, bis 2100 um 77% – 88%. Aber auch in auch in Zukunft kann es den einen oder anderen sehr kalten Winter geben: die Forschung vermutet, dass sich aufgrund des Klimawandels auch die Drucksysteme auf der Erde verändern, was immer wieder zu Polarlufteinbrüchen führt.
  • In Berlin kommt der Hitze-Insel-Effekt hinzu: Städte heizen sich stärker auf als die sie umgebenden ländlichen Regionen – dies wird zu einem Risiko für die Bewohner*innen. Analysen ergaben, dass Großstädte im Mittel um etwa zwei bis drei Grad heißer werden als ihr Umland.

Niederschlag in Berlin-Brandenburg

  • Das kritische Wetterphänomen Starkregenereignisse wird zunehmen. Momentan gibt es davon ca. 11 im ganzen Jahr. Bis 2060 wird mit einer Zunahme auf mindestens 15 bzw. bis 2100 auf mindestens 17 Tage gerechnet. Es kann häufiger zu Überschwemmungen kommen.
  • Gleichzeitig wird es mehrere und längere Trockenperioden im Sommer geben.
  • Im Winter wird weniger Schnee fallen: Allerdings steigt durch die höheren Temperaturen das Gewicht des Schnees, so dass sich die Schneelasten in den kommenden Jahrzehnten vor allem auf großen Hallendächern sogar erhöhen können. Auch Hagelschlag kann vermehrt zum Problem werden, weil sich durch die höheren Temperaturen größere Hagelkörner bilden können.

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages (Förderkennzeichen 03DAS096). Die Förderung erfolgt aus dem Förderprogramm für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im Rahmen der Umsetzung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS). Betreut wird das Projekt durch den Projektträger Jülich.

Kontakt

+49 30 308 798-45

fakt@life-online.de