Unser Projekt „Not Without Us!“ auf der Weltklimakonferenz in Belém (COP30)
Vom 10. November bis zum 21. November 2025 findet die COP30 in Belém, Brasilien, statt. Die COP30 bringt Vertreter*innen der UN-Mitgliedsstaaten, der Zivilgesellschaft sowie der Wissenschaft zusammen, um Strategien zur Eindämmung der Klimakrise zu verhandeln und das 1,5°C-Ziel zu erreichen.

© Women and Gender Constituency
Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen steht auf dem Prüfstand, ob die Staaten ihre Klimaversprechen einhalten. Gleichzeitig stellt diese Klimakonferenz im aktuellen globalen Kontext einen Prüfstein für den Multilateralismus dar. Sie muss beweisen, dass Zusammenarbeit in so einem überlebenswichtigen Thema wie dem Abwenden der Klimakatastrophe jetzt und in Zukunft möglich ist. Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sind mehr, schnellere und gerechtere Maßnahmen nötig. Besonders Industrieländer wie Deutschland tragen eine besondere Verantwortung.
Die Staaten des Globalen Nordens, einschließlich der EU und ihrer Mitgliedstaaten, müssen ihre Klimafinanzierungen deutlich erhöhen, um bis 2035 ihren Anteil zu leisten. Dies entspricht dem bei der COP29 vereinbarten Ziel von 300 Milliarden US-Dollar für das neue Klimafinanzierungs-Ziel (NCQG), welches bereits deutlich hinter die eigentlich notwendigen Finanzierungsvolumen zurückfällt. Vorrangig sollten die zusätzlichen Mittel in die Finanzierung von Anpassung (Adaptation) sowie in die Bewältigung von Verlusten und Schäden (Loss and Damage) fließen. Dabei ist entscheidend, dass der Großteil als Zuschüsse und nicht als Kredite bereitgestellt wird. Der Baku-Belém Fahrplan (Baku to Belém Roadmap) muss nun als konkreter Aktionsplan mit klar definierten Maßnahmen, Zuständigkeiten, Zielen und Meilensteinen umgesetzt werden.
Das 2024 verabschiedete erweiterte Lima-Arbeitsprogramm zu Gender sieht die Erneuerung des Gender-Aktionsplans (GAP) vor, um den seit dem Pariser Abkommen erzielten Fortschritten Rechnung zu tragen und auf anhaltende Herausforderungen bei der Umsetzung zu reagieren. Der GAP wird auf der COP30 überarbeitet, um der zunehmenden Klimakrise zu begegnen und geschlechtergerechte Ansätze in der Klimapolitik zu stärken. Der aktualisierte GAP gilt als Fahrplan für eine geschlechtergerechte Klimapolitik in den nächsten zehn Jahren.

© LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit
Die Women and Gender Constituency (WGC) betont, dass der neue GAP sowohl ehrgeizig als auch umsetzbar sein sollte. Zu den Schlüsselelementen gehören Flexibilität, Kohärenz, Intersektionalität, Inklusivität, Messbarkeit und eine angemessene Ressourcenzuteilung. Das NwU!-Team wird die Gender-Verhandlungen als Teil der WGC verfolgen, um eine angemessene Vertretung unterschiedlicher Perspektiven sicherzustellen, in der Hoffnung, zu einem effektiven und gerechten Ergebnis bei der COP30 beizutragen.
Für das Just Transition Work Programme braucht es einen internationalen Mechanismus, der konkrete Ergebnisse liefert. Ziel dieses Mechanismus ist es, den gerechten Übergang weg von fossilen Brennstoffen zu fördern. Wichtig dafür ist, dass Sorgearbeit, prekäre Arbeit und die Arbeit im informellen Sektor – die Arbeit also, die vor allem von FLINTA Personen durchgeführt und oft unsichtbar gemacht wird – als zentraler Aspekt der Just Transition anerkannt und verhandelt wird.
Das Forderungspapier zur 30. Weltklimakonferenz von VENRO und der Klima-Allianz Deutschland wurde von LIFE mitverfasst.
Kooperation
Supported by the Rosa Luxemburg Stiftung (RLS) with funds of the Federal Ministry for Economic Cooperation and Development of the Federal Republic of Germany (BMZ).
