Girls’Day 2025: Mehr Frauen in die Politik!

In diesem Jahr nutzten fast 400 Schülerinnen beim Girls’Day in Berlin die Gelegenheit, den Beruf der Politikerin kennenzulernen. Der Girls’Day macht Mut und zeigt jungen Frauen neue Perspektiven auf.

Girls’Day – Deine Chance, Politik zu entdecken

In diesem Jahr erhielten zahlreiche Schülerinnen spannende Einblicke in die Welt der Politik. Drei von ihnen besuchten die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung. Dort konnten sie verschiedene Arbeitsbereiche kennenlernen und erfahren, wie vielfältig und verantwortungsvoll die Aufgaben in der Verwaltung sind.

Girls'Day: Junge Frau mit langen duklen Haaren spricht in ein Mikrofon

© LIFE / SenASGIVA

Frieda, eine der Teilnehmerinnen berichtet:

„Wir haben so viele unterschiedliche Stationen und Berufsmöglichkeiten in der Senatsverwaltung gesehen. Besonders spannend war der Besuch im Abgeordnetenhaus – die Abläufe dort einmal live zu verfolgen, war beeindruckend.“

Sie empfiehlt den Girls’Day allen weiter:

„Das ist eine Supergelegenheit Berufe einmal genauer kennenzulernen und zu sehen, was dort genau gemacht wird. Das ist viel informativer als die Berufsorientierung an der Schule. Man bekommt einen tollen Einblick und es ist wichtig, neue Dinge einfach mal auszuprobieren.“

Frieda war besonders vom Gespräch mit Senatorin Cansel Kiziltepe begeistert:

„Mich hat überrascht, wie vielfältig die Aufgaben sind und wie viele Schritte einzelne Vorgänge haben. Alles ist sehr strukturiert und durchdacht.“ Ihr Wunsch: „Noch mehr Gespräche mit anderen Politikerinnen.“

Warum der Girls’Day wichtig ist

Der Girls’Day macht Mut und eröffnet jungen Frauen neue Wege. Doch bis zur echten Gleichberechtigung in der Politik ist es noch ein weiter Weg. Initiativen wie „ParitätJetzt“ und gesetzliche Quoten sind wichtige Schritte, um strukturelle Hürden abzubauen und mehr Frauen den Zugang zu politischen Ämtern zu ermöglichen.

Rita Süssmuth, ehemalige Bundestagspräsidentin, bringt es auf den Punkt:

„Frauen haben längst bewiesen, dass sie Talent haben und die Welt mitgestalten können. Jahrhundertelang war das Bild von Männern und Frauen festgelegt – das durchbrechen Frauen gerade“.

Der Girls’Day zeigt, wie wichtig es ist, Mädchen und junge Frauen für politische Berufe zu begeistern und ihnen echte Chancen zu eröffnen. Nur mit mehr Frauen in der Politik kann echte Gleichberechtigung erreicht werden.

 

Frauen in der Politik: Zahlen, Fakten und Herausforderungen

  • Der Frauenanteil im Berliner Abgeordnetenhaus liegt mit 39% deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt.
  • Der Anteil von Frauen im Deutschen Bundestag liegt aktuell bei 32,4 % – das ist ein Rückgang gegenüber früheren Jahren und weit entfernt von einer gleichberechtigten Vertretung (Abgeordneten Statistik).
  • Besonders niedrig ist der Frauenanteil in den Fraktionen von Union (23,1 %) und AfD (11,8 %), während er bei Bündnis 90/Die Grünen 61,2 % und bei der Linken 56,2 % deutlich höher ist (Statista 2025).
  • International belegt Deutschland damit nur einen Platz im Mittelfeld: In Schweden liegt der Frauenanteil im Parlament beispielsweise bei 45 % (Statista 2025).
  • Auf kommunaler Ebene ist der Frauenanteil mit rund 30,5 % noch niedriger (BMFSFJ 2025). Nur etwa 13,5 % der Bürgermeisterämter sind mit Frauen besetzt (Statistisches Bundesamt 2025).

Diagramm zum Frauenanteil im Bundestag 2025 nach Fraktionen

© LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit

 

Herausforderungen und Initiativen

Frauen stoßen in der Politik weiterhin auf strukturelle Hürden: Netzwerke und Förderprogramme sind oft männlich dominiert, und trotz gleicher Qualifikation werden Frauen seltener für aussichtsreiche Listenplätze nominiert. Für eine Kandidatur braucht es Rückhalt in der Partei und finanzielle Ressourcen – hier sind Frauen oft benachteiligt, das zeigen aktuelle Studien (#Parität Jetzt). Zudem berichten 40 % der Politikerinnen von sexueller Belästigung im politischen Umfeld, bei den unter 45-Jährigen sind es sogar 60 % (BMFSFJ 2025).

Das Bündnis „ParitätJetzt“ setzt sich für ein paritätisches Wahlrecht ein, um mittelfristig 50 % Frauen in die Parlamente zu bringen. Länder wie Frankreich und Spanien haben bereits gesetzliche Quoten eingeführt und konnten so den Frauenanteil in der Politik deutlich steigern (BMFSFJ 2025)

In Deutschland wurde 2025 eine Wahlprüfbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, um die Rechtmäßigkeit der Bundestagswahl hinsichtlich der Unterrepräsentation von Frauen zu überprüfen.

 


Die Landeskoordination für den Girls’Day und Boys’Day in Berlin wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung.