Was in der ersten Woche der COP30 geschah: Ein Update aus Belém

Die COP30 läuft seit neun Tagen und es kam bereits zu Protesten, Spannungen bei den Verhandlungen und heftigem Regenwetter. Hier ein Überblick über die Ereignisse in Belém.

Indigene Völker führen Proteste an

Zwei Frauen stehen mit zwei Schildern bei einer Demonstration und heben eine Faust nach oben. Auf einem Schild steht Kick Polluters out of COP!, das andere ist auf portugiesisch.

© LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit

Einer der prägendsten Momente der Woche war der Protest indigener Völker gegen ihren Ausschluss von einer COP, die auf ihrem eigenen angestammten Territorium stattfindet. Mit ihrer Aktion machten sie auch auf die kürzlich von der brasilianischen Regierung erteilte Genehmigung für Ölbohrungen im Amazonasbecken aufmerksam, die ausgerechnet während der laufenden Klimaverhandlungen nur wenige Kilometer entfernt bekannt gegeben wurde.

Statt auf ihre Forderungen einzugehen, veröffentlichte das UNFCCC-Sekretariat einen besorgniserregenden Brief, in dem COP30 Gastgeber Brasilien aufgefordert wird, die Sicherheitskräfte zu verstärken. In den letzten Tagen haben wir eine deutliche Zunahme der Militarisierung und der bewaffneten Kräfte gesehen, die die Eingänge bewachen. Als Reaktion darauf sendeten zahlreiche Zivil- und Menschenrechtsorganisationen einen offenen Brief an Simon Stiell, Exekutivsekretär der UNFCCC, und forderten das Sekretariat auf, seine Haltung zu überprüfen und den Schutz der Menschenrechte auf der COP öffentlich zu bekräftigen. Während der Town Hall mit dem UNFCCC-Sekretariat haben wir gefordert, diese Militarisierung während der Konferenz aufzuheben. Waffen, Gewehre und Panzer bieten keinen Schutz für Feminist*innen, Zivilgesellschaft, Arbeiter*innen und indigene Völker – im Gegenteil: Sie gefährden diejenigen, die von einigen der auf der Konferenz geschützten Teilnehmenden angegriffen werden.

Am Samstag fand der große People’s March statt, die erste Demonstration dieser Art seit der COP26 in Glasgow. Über 70.000 Menschen versammelten sich trotz der drückenden Hitze und forderten Klimagerechtigkeit.

Sehr viele Personen, die um ein sehr großes lilafarbenes Banner stehen oder hocken. Auf dem Banner steht Feminists Demand Climate Justice. Mujeres y niñas por Justicia Climática

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Eine COP voller fossiler Lobbyisten, aber ohne indigene Stimmen

Während indigene Völker vor den Toren der COP30 auf Hindernisse, Einschüchterungen und sogar Gewalt treffen, gelangen Lobbyisten der fossilen Industrie weiterhin mühelos mit Party-Ausweisen ins Gebäude.

Eine neue Analyse der Koalition Kick Big Polluters Out (KBPO) zeigt, dass in diesem Jahr über 1.600 Lobbyisten der fossilen Brennstoffindustrie Zugang erhalten haben. Dies ist die höchste Zahl, die je verzeichnet wurde, und entspricht einem Anstieg von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr in Baku. Sie bewegen sich frei in den Verhandlungsräumen, während jene Menschen, die Wälder, Land und Leben verteidigen, kaum Zugang zu den Räumen bekommen, in denen über ihre Zukunft entschieden wird.

Unsere Arbeit in der COP30

Trotz aller Herausforderungen blieb die Zivilgesellschaft in den Verhandlungsräumen präsent und durchsetzungsstark. LIFE und unser feministisches Netzwerk GenderCC arbeiten aktiv in der Women and Gender Constituency mit. Außerdem stimmen wir uns eng mit vielen weiteren Gruppen und Netzwerken ab. Mit unserer Delegation konzentrieren wir uns auf den Gender-Aktionsplan, auf Just Transition (gerechte Übergänge), Landwirtschaft, die Rechte indigener Völker, die Weiterentwicklung des internationalen Klimaschutz-Aktionsplans sowie auf die zunehmend problematischen Ablenkungen durch den sich ständig ausweitenden Carbon-Marktmechanismus.

In unserer Veranstaltung zu sexuellen und reproduktiven Rechten (SRHR) und Klimagerechtigkeit haben wir betont, dass Klimapolitik den Schutz körperlicher Selbstbestimmung, Gesundheit und Geschlechterrechte in den Mittelpunkt stellen muss.

Ausblick

Es steht noch viel bevor, wenn die COP30 in ihre nächste Phase tritt. Während wir uns weiter für geschlechtergerechte und menschenrechtsbasierte Ergebnisse einsetzen, erinnern wir uns an das Leitmotiv, mit dem wir nach Belém gereist sind:

“There is no climate justice with polluters in. There is no climate justice without Indigenous People’s rights.”

Fünf weiblich gelesene Personen, die beieinander stehen und in die Kamera schauen. Eine hält ein Plakat mit dem Text We are the Climate Resistance

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Eine Demonstration mit einem großen lilafarbenen Banner, auf dem steht Feminists Demand Climate Justice

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