Convivencia in Córdoba – Qualifizierung zum/r Teamer*in des historischen Planspiels

Das historische Diversity-Planspiel für Schule und Jugendbildung

Das interaktive Planspiel Convivencia in Córdoba aus unserem Projekt „Guten Morgen, Abendland! Europa ist mehr.“ bringt historische Bildung und Diversity Education zusammen: Es spielt in Al-Andalus (dem islamischen Spanien in der Zeit von 711 bis 1492) und knüpft an die einzigartige Kultur an, die Menschen muslimischen, christlichen und jüdischen Glaubens damals gemeinsam entwickelten. Die Teilnehmenden des Planspiels tauchen in die Stadt Córdoba im 10. Jahrhundert ein und nehmen die Rollen ihrer Bewohner*innen an. Durch einen Sprachenkonflikt gerät das friedliche Zusammenleben der Familien und Religionen, das im Alltag durch

© Metin Yilmaz

Mehrsprachigkeit geprägt ist, ins Wanken. Die Bewohner*innen Córdobas haben die Aufgabe, ihre Interessen zu artikulieren, verschiedene Perspektiven in der Gesellschaft kennenzulernen und Lösungsansätze zu diskutieren. Die Frage, wie mit unterschiedlichen Meinungen und Bedürfnissen in einer diversen Gesellschaft umgegangen werden kann, ermöglicht in der Auswertung des Planspiels einen sensibilisierten Blick auf das heutige Zusammenleben in der pluralen und mehrsprachigen Migrationsgesellschaft.

Die innovative Plan- und Rollenspiel-Methode stärkt die Diversity- und Demokratiekompetenz, fördert die historische und kulturelle Bildung und stärkt einen rassismus- und diskriminierungskritischen Umgang mit sprachlicher, kultureller, religiöser und weltanschaulicher Vielfalt. Das Planspiel kann in der schulischen oder außerschulischen Bildungs- und Jugendarbeit im Rahmen eines Projekttages durchgeführt werden und eignet sich für Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren.

Die Durchführung des inhaltlich und methodisch komplexen Planspiels ist nur in Teams von zwei zertifizierten Teamer*innen möglich. Im Rahmen der Qualifizierung durch LIFE e.V. können sich Lehrkräfte, Pädagog*innen und Personen mit pädagogischer Erfahrung als Teamer*innen ausbilden und zertifizieren lassen.

Die kostenfreie Qualifizierung umfasst

  • Teilnahme an dreitägiger Schulung
  • Einmalige eigenständige, erfolgreiche Durchführung des eintägigen Planspiels inkl. eines kurzen Berichts
  • Mehrstündiger Auswertungsworkshop (online)
  • Teamer*innenvereinbarung zur Durchführung im Rahmen der Qualitätsstandards

Teilnehmende erhalten

  • Kostenfreie Zertifizierung zum/r Teamer*in mit Berechtigung zur Durchführung
  • Planspielset (Methodenhandbuch, Materialien, Online-Zugang zu Kopiervorlagen und weiteren Materialien auf der Website)
  • Aufnahme in den Teamer*innenpool

 Teilnahmevoraussetzungen für die Qualifizierung sind

  • Kenntnisse und Erfahrung in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen
  • Kenntnisse oder Interesse in einem oder mehreren der folgenden Bereiche: Rassismuskritische und vorurteilsbewusste Bildung, Pädagogik der Vielfalt, transkulturelle/interreligiöse Bildung, Antidiskriminierungsarbeit und Demokratieförderung
 

Termine

Sa, 14.1. von 10.00-18.00
So, 15.1. von 09.00-17.00
Sa, 21.1. von 09.00-16.00 (online)

  Teilnahmezahl Maximal 16
  Dozent/-innen Dorothea Seitz, Anna Theuer
  Ort LIFE e.V., Rheinstraße 45, 12161 Berlin
  Anmeldung bis zum 02.01.2023
Bitte nutzen Sie das Online-Formular:

 

14., 15., 21.1.2021 Qualifizierung zum/r Teamer*in im Planspiel Convivencia in Córdoba
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Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

   

24.03.2022 Binge Watching History – Der Hype um historische Serien in der Türkei und in Deutschland

Binge Watching History – Der Hype um historische Serien in der Türkei und in Deutschland

Die dritte Veranstaltung unserer Reihe „Meine Geschichte – Deine Geschichte: Unsere Geschichten? Das Osmanische Reich und Berlin“, die am 24.03.2022 online stattfand, hatte populäre Fernsehserien als Thema.
In zwei Impulsvorträgen von Prof. Dr. Ömer Alkin und Dr. Hanno Hochmuth wurden zum einen neo-osmanische Serien (z.B. Diriliş Ertuğrul) und zum anderen deutsche Serien der 1920er Jahre (insbesondere Babylon Berlin) beispielhaft analysiert. In einer anschließenden Diskussion arbeitete Moderatorin Aliyeh Yegane, Leiterin des Bereichs Diskriminierungsschutz & Diversität bei LIFE e.V., mit den Referenten und mithilfe von Fragen der Zuschauenden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der neo-osmanischen und der deutschen Historienserien heraus. Hierbei wurde diskutiert, woher das Interesse und der Hype um historische Serien in der Türkei und in Deutschland kommt und welche Bilder über die vermeintlich eigene Geschichte vermittelt werden.
Werden die Serien eher als dokumentarisch oder fiktional rezipiert und welche Risiken aber auch Chancen bietet die Aneignung von Geschichte durch Serien, vor allem bei jungen Menschen? Und nicht zuletzt wurde diskutiert, ob die historischen Serien einen Beitrag für eine gesellschaftliche Verhandlung von Geschichtsbedeutung in unserer pluralen Gesellschaft leisten können und welche Bedingungen hierfür wichtig sind.

Wenn Sie nicht dabei sein konnten, werfen Sie einen Blick auf die Aufzeichnung der Veranstaltung auf youtube.

 

26.08.2021 Bilder des Osmanischen Reiches in Schule und Unterricht

Bilder des Osmanischen Reiches in Schule und Unterricht
Online Diskussion

Diversityansätze im Kontext von Geschichte befassen sich damit, wie Geschichte repräsentiert wird: Welche Geschichten werden erzählt, welche nicht? Wer spricht wie über wen? Wer erzählt und wer bleibt stumm?
Die Behandlung oder Nichtbehandlung des Osmanischen Reichs in Schule und Unterricht ist hierfür ein gutes Beispiel: Auf der einen Seite löst sie bei vielen Jugendlichen v.a. aus türkeistämmigen und muslimischen Familien ein tieferes Interesse aus und befriedigt ein „Geschichtsbedürfnis“.

Auf der anderen Seite ist der Umgang der Lehrkräfte mit diesem „Geschichtsbedürfnis“ der Jugendlichen kontrovers und reproduziert oftmals stereotype Identitätszuschreibungen, die sich aus essentialisierenden Migrations- und Islamdiskursen speisen.
Zusammen mit Prof. Dr. Viola Georgi, Professorin für Diversity Education und Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration an der Stiftung Universität Hildesheim und Dr. Lale Yildirim, Juniorprofessorin für die Didaktik der Geschichte an der Universität Osnabrück, möchten wir über historisches Lernen in der deutschen Migrationsgesellschaft am
Beispiel des Osmanischen Reichs diskutieren.

28.05.2021 Das Deutschland meiner Tage - Vom Osmanischen Reich über den Deutschen Kolonialkongress zum Anwerbeabkommen

„Das Deutschland meiner Tage“ war der Titel der Auftaktveranstaltung unserer Veranstaltungsreihe Meine Geschichte – Deine Geschichte: unsere Geschichten? Das Osmanische Reich und Berlin, die am 28.05.2021 online stattfand.

Wir haben die Reihe mit Feridun Zaimoğlus Lesung seines gleichnamigen literarischen Textes begonnen, den er speziell für unsere Veranstaltungsreihe verfasst hatte.
Im Zentrum der Veranstaltungsreihe stehen Geschichte und Erinnerung und damit verknüpft Fragen der Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft.

Aliyeh Yegane, die den Bereich Diskriminierungsschutz & Diversität bei LIFE e.V. leitet, stellte einleitend folgende Fragen: Welche Geschichte wird in der Schule erzählt, welche wird nicht erzählt? Aus welcher Perspektive wird die Geschichte erzählt? Welche Geschichtsbilder prägen unsere Identität? Mit wem in der Geschichte identifizieren wir uns? Wer bleibt fern und fremd?

Feridun Zaimoğlu konstatierte zu Beginn seines Textes: „Im Deutschland meiner Tage herrscht keine Festtagsstimmung“. Eindringlich schilderte Zaimoğlu unterschiedliche Begegnungen zwischen Deutschsein und Fremdsein, „angedichteter Zerrissenheit“ und Selbsterfahrungsgruppen.
Im Gespräch mit Eren Güvercin von der Alhambra-Gesellschaft diskutierte Zaimoğlu im Anschluss an die Lesung Fragen zu Geschichtskonstruktionen und Zugehörigkeitsimaginationen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer interaktiven Abfrage auf mentimeter, bei der die Zuschauenden selbst Auskunft geben konnten über Zugehörigkeitsgefühle, Fremdzuschreibungen und persönlichen Assoziationen mit dem Deutsch- und Türkischsein.

Wenn Sie nicht dabei sein konnten, werfen Sie einen Blick auf
die Aufzeichnung der Veranstaltung auf youtube
den Text von Feridun Zaimoğlu 

Kooperationen

Das Projekt wird durchgeführt in Kooperation mit dem Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e.V., dem Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur e.V. und der Europäischen Akademie Bayern und wird wissenschaftlich begleitet vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim (ZBI).
Die Veranstaltungsreihe wird durchgeführt in Kooperation mit der Alhambra Gesellschaft.

       

       
 

 

 


Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.