Hintergrund

Vor dem Hintergrund der starken Einwanderung nach Deutschland gewinnt die Frage des Arbeitsmarktzugangs von geflüchteten und asylsuchenden Menschen immer mehr an Bedeutung. Doch einer Einstellung stehen nicht nur aufenthaltsrechtliche Barrieren im Wege. Auch der fehlende Kontakt zu Geflüchteten erschwert die Personalakquise und damit die Beschäftigung. Hinzu kommen Sprachbarrieren und fehlende Kenntnisse der Qualifikationen auf der einen Seite - fehlende Kenntnisse der Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes auf der anderen Seite. Darauf wollen wir im Projekt "Eine Frage der Einstellung" mit verschiedenen Angeboten reagieren.

Das Vorhaben

  • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, die Unternehmen und Flüchtlinge zusammenbringen mit dem Ziel, Barrieren abzubauen, die persönliche Kontaktaufnahme zu befördern und Unternehmen und Flüchtlingen praktische Hilfestellung bei der Einstellung bzw. Bewerbung zu geben. Herzstück der Veranstaltungen ist das "Job Tasting".
  • TASTE the Job: In Kooperation mit Unternehmen werden realitätsnahe Simulationen entwickelt, damit an Beschäftigung interessierte Flüchtlinge typische Arbeitsanforderungen kennen lernen, ihre Talente im praktischen Tun ausprobieren und entscheiden können, ob ihnen eine Arbeit liegt oder nicht.
  • Im Anschluss an die Veranstaltungen werden die Geflüchteten bei Bedarf dabei unterstützt, eine Ausbildung oder Arbeit aufzunehmen.
  • Um Mitarbeitende in Berliner Jobcentern und Arbeitsagenturen auf die Beratung und Vermittlung von Flüchtlingen vorzubereiten, werden Arbeitsberater*innen und -vermittler*innen entsprechend geschult. Themen:, Sprachsensible Beratung und Umgang mit Deutsch als Zweitsprache, Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen von Kund*innen, Aufenthalts- und Lebensumstände von Asylsuchenden, Genderaspekte im Kontext Flucht und Asyl.

TASTE the Job wurde 2016/17 in Zusammenarbeit mit verschiedenen Berliner Unternehmen bereits mehrfach erfolgreich durchgeführt, z.B. bei der Vivantes GmbH, im Zentrum für Photovoltaik und Erneuerbare Energien, Berlin Adlershof und bei der Reederei Riedel, der zweitgrößten Reederei Berlins und dem 4 Sterne Superior Hotel Crowne Plaza.

"TASTE the Job - Probelauf für die Arbeitswelt" zu Gast im Erich-Raddatz-Haus

Geflüchteten Menschen den Einstieg in Ausbildung und Arbeit zu ermöglichen - das ist ein Ziel des Diakoniewerks Simeon in Berlin, das hierfür am 21.02.2018 seine Türen geöffnet und gemeinsam mit LIFE e.V. zur "TASTE the Job in der Pflege" eingeladen hat. Das von LIFE e.V. im IQ Netzwerk Berlin entwickelte sechsstündige Veranstaltungsformat "TASTE the Job" ermöglicht es geflüchteten Menschen, sich trotz geringer Sprachkenntnisse an niedrigschwelligen Arbeitsanforderungen auszuprobieren und direkt im Unternehmen das eigene Talent für den Wunschjob zu testen.

Im Erich-Raddatz-Haus konnten sich 18 Geflüchtete in konkreten Berufsanforderungen der professionellen Altenpflege erproben. Denn: wer eine Arbeit in der Altenpflege machen möchte, muss über wichtige Kernkompetenzen wie Kontaktfähigkeit und Empathie verfügen und Berührungen und Körperkontakt mit nicht persönlich vertrauten Menschen aushalten können.

Taste the Job Taste the Job

Mit großem Einsatz und Einfühlungsvermögen schlüpften die Teilnehmenden in die Rolle der Pflegekraft und übten reale Alltagssituationen einer examinierten Altenpflegekraft, so etwa erklärten sie einem an Demenz leidenden Patienten, dass er zum Mittagessen abgeholt werden wird, halfen einem körperlich beeinträchtigten Heimbewohner vom Duschstuhl in den Rollstuhl oder unterstützten Patienten dabei, sich selbst bequem hinzulegen. Alle Patienten und Heimbewohner wurden von professionellen Schauspielern dargestellt, was die Praxissimulationen realitätsnah machte. Viele der Teilnehmenden konnten auf Erfahrungen mit pflegebedürftigen Angehörigen in ihrer Heimat zurückgreifen, auch wenn die eigene Großmutter dann doch deutlich leichter zu heben war, als einer der Schauspieler. Zum Abschluss konnten in persönlichen Gesprächen mit den Mitarbeitenden von LIFE e.V. und des Diakoniewerks noch die letzten offenen Fragen geklärt werden und erste Absprachen für die Aufnahme einer Ausbildung getroffen werden. Auch Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit standen für Auskünfte bei Fragen zur Aufnahme der Ausbildung bereit und werden auch noch im Nachgang der Veranstaltung Unternehmen und Geflüchtete weiter fachlich beraten, damit dem Einstieg ins Unternehmen nichts im Wege steht.

Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministerium für Arbeit und Soziales BMAS) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

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Das IQ Netzwerk Berlin wird koordiniert durch: Logo

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